Vor einigen Jahren war das manuelle Schaltgetriebe bei Benzin- und Dieselfahrzeugen noch der Standard. Dagegen waren Fahrzeuge mit Automatikgetriebe oft größeren oder kostspieligeren Autos vorbehalten. Das hat sich mittlerweile deutlich verändert. Zunehmend bieten immer mehr Hersteller ihre Modelle vorwiegend oder sogar ausschließlich mit Automatik an.
Moderne Automatikgetriebe sind effizienter geworden
Automatikgetriebe der früheren Generation wurden als schwerfällig, langsam und mit hohem Verbrauch angesehen. Diese Konstruktionen weisen nur noch geringe Gemeinsamkeiten mit modernen Systemen auf. Heutzutage werden unter anderem Doppelkupplungsgetriebe oder Wandlerautomaten mit acht, neun oder sogar zehn Fahrstufen verwendet.
Die vielen Übersetzungen ermöglichen es, den Motor häufiger in einem günstigen Drehzahlbereich zu betreiben. Bei höheren Geschwindigkeiten kann die Drehzahl gleichzeitig deutlich abgesenkt werden. Dadurch lassen sich Kraftstoffverbrauch und Geräuschentwicklung reduzieren.
Auch die alte Regel, dass ein Handschalter grundsätzlich sparsamer ist, gilt deshalb nicht mehr. Moderne Getriebesteuerungen wählen abhängig von Geschwindigkeit, Motorlast und Gaspedalstellung automatisch einen möglichst passenden Gang.
Mehr Komfort im Alltag
Besonders deutlich zeigt sich der Vorteil einer Automatik im Stadtverkehr. Das ständige Kuppeln und Schalten entfällt, was insbesondere bei Stop-and-Go-Verkehr oder längeren Staus angenehm ist.
Außerdem sind Automatikgetriebe besser mit zeitgemäßen Assistenzsystemen zu vereinbaren. Ein adaptiver Tempomat kann, je nach Ausstattung, nicht nur die Geschwindigkeit und den Abstand anpassen, sondern das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen und es danach wieder in Bewegung setzen.
Automatik kann bei Reparaturen teuer werden
Die zusätzliche Technik bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Moderne Automatikgetriebe sind komplex aufgebaut und Reparaturen können schnell mehrere Tausend Euro kosten.
Beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs sollte deshalb besonders auf das Schaltverhalten geachtet werden. Ruckeln, verzögerte Gangwechsel, ungewöhnliche Geräusche oder starkes Rupfen beim Anfahren können Hinweise auf Probleme sein.
Auch die Wartungshistorie ist wichtig. Je nach Getriebetyp und Hersteller können regelmäßige Ölwechsel vorgesehen oder sinnvoll sein. Gerade bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung sollte überprüft werden, ob entsprechende Wartungsarbeiten durchgeführt wurden.
Hat die Handschaltung noch Vorteile?
Für Käufer von Gebrauchtwagen kann ein manuelles Getriebe nach wie vor von Interesse sein. Die Technik ist relativ simpel, und Reparaturen sind oft kostengünstiger. Kupplung und Zweimassenschwungrad können zwar ebenfalls hohe Kosten verursachen, doch ist das finanzielle Risiko eines größeren Getriebeschadens oft geringer.
Trotzdem wird die Handschaltung bei neuen Fahrzeugen wahrscheinlich immer seltener vorkommen. Heutzutage bieten Automatikgetriebe hohen Komfort, schnelle Gangwechsel und die Möglichkeit, den Motor in effizienten Drehzahlbereichen zu halten.
Fazit
Die modernen Automatikgetriebe haben viele ihrer früheren Nachteile abgelegt und sind nicht mehr nur eine Komfortoption für teure Fahrzeuge. Die Handschaltung stellt für Käufer von Gebrauchtwagen weiterhin eine interessante Option dar.
Wesentlich ist letzten Endes weniger die Frage nach Automatik oder Handschaltung, sondern der Zustand des betreffenden Fahrzeugs. Käufer einer Automatik sollten insbesondere auf ein einwandfreies Schaltverhalten sowie auf eine transparente Wartungshistorie achten.
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