Kurzstrecken mit dem Auto: Warum sie dem Motor langfristig schaden können

 

Eine große Zahl von Fahrzeugen wird vornehmlich für kurze Distanzen verwendet. Schnell zum Supermarkt, nur wenige Kilometer zur Arbeit oder eine kurze Fahrt durch die Stadt – für den Fahrer ist es bequem, aber für die Technik nicht immer optimal. Dauerhafter Kurzstreckenbetrieb kann insbesondere bei Benzin- und Dieselmotoren langfristig zu einem erhöhten Verschleiß und technischen Problemen führen.

Warum sind Kurzstrecken problematisch?

Ein Verbrennungsmotor benötigt einige Zeit, bis er seine normale Betriebstemperatur erreicht. Es geht dabei nicht nur um die Kühlwassertemperatur. Auch das Motoröl muss ausreichend erhitzt werden, um seine besten Eigenschaften zu entfalten.

Wenn das Fahrzeug schon nach wenigen Kilometern wieder abgestellt wird, befindet sich der Motor während eines großen Teils der Fahrt in der Warmlaufphase. Insbesondere im Winter kann es erheblich länger dauern, bis alle Teile ihre vorgesehene Betriebstemperatur erreichen.

Motoröl und Kondenswasser

Bei einem kalten Motor kann sich Feuchtigkeit im Motor beziehungsweise im Ölkreislauf sammeln. Bei ausreichend langen Fahrten wird diese durch die steigenden Temperaturen wieder reduziert.

Bei ständigem Kurzstreckenbetrieb erreicht das Öl dagegen möglicherweise nicht lange genug die notwendige Temperatur. Dadurch können sich Feuchtigkeit und andere Rückstände im Motoröl ansammeln.

Regelmäßige Ölwechsel sind bei Fahrzeugen, die hauptsächlich auf Kurzstrecken eingesetzt werden, deshalb besonders wichtig.

Dieselmotoren reagieren häufig empfindlicher

Besonders moderne Dieselfahrzeuge sind für dauerhaften Kurzstreckenbetrieb nicht unbedingt ideal. Ein Grund dafür ist der Dieselpartikelfilter.

Im Filter sammeln sich während des Betriebs Rußpartikel. Diese müssen regelmäßig durch eine sogenannte Regeneration verbrannt werden. Dafür sind bestimmte Betriebsbedingungen und ausreichend hohe Temperaturen notwendig.

Wird die Fahrt während einer laufenden Regeneration immer wieder beendet, kann sich der Filter zunehmend zusetzen. Im schlimmsten Fall sind eine professionelle Reinigung oder der Austausch des Partikelfilters notwendig.

Auch die Batterie wird stärker belastet

Nicht nur der Motor leidet unter vielen kurzen Fahrten. Beim Startvorgang benötigt der Anlasser relativ viel elektrische Energie. Anschließend muss die Lichtmaschine die Batterie wieder aufladen.

Bei sehr kurzen Fahrten kann die zurückgelegte Strecke dafür unter Umständen nicht ausreichen. Besonders im Winter kommen Verbraucher wie Sitzheizung, Heckscheibenheizung, Beleuchtung und Gebläse hinzu.

Eine schwächer werdende Starterbatterie gehört deshalb zu den typischen Problemen von Fahrzeugen, die hauptsächlich auf kurzen Strecken bewegt werden.

Was können Autofahrer dagegen tun?

Gelegentliche Kurzstrecken sind für ein Fahrzeug normalerweise kein Problem. Kritischer wird es, wenn der Wagen über Monate oder Jahre nahezu ausschließlich wenige Kilometer am Stück fährt.

Sinnvoll kann es sein, regelmäßig eine längere Strecke zurückzulegen, bei der Motor und Motoröl vollständig auf Betriebstemperatur kommen. Dabei ist allerdings kein besonders schnelles oder hochtouriges Fahren notwendig. Eine längere Fahrt mit normaler Belastung ist vollkommen ausreichend.

Auch die vom Hersteller vorgesehenen Wartungsintervalle sollten eingehalten werden. Bei intensiver Kurzstreckennutzung können je nach Fahrzeug sogar kürzere Wartungsintervalle sinnvoll sein.

Kurzstrecken beim Gebrauchtwagenkauf berücksichtigen

Eine niedrige Kilometerleistung ist bei einem Gebrauchtwagen nicht automatisch ein Vorteil. Ein zehn Jahre altes Fahrzeug mit sehr wenigen Kilometern kann beispielsweise fast ausschließlich im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken bewegt worden sein.

Ein Fahrzeug mit höherer Laufleistung, das überwiegend längere Strecken gefahren ist und regelmäßig gewartet wurde, kann technisch in einem besseren Zustand sein.

Neben dem Kilometerstand sollten Käufer deshalb immer Wartungshistorie, bisherige Nutzung und allgemeinen Fahrzeugzustand berücksichtigen.

Fazit

Im Alltag sind Kurzstrecken nicht immer zu umgehen, und sie führen nicht zwangsläufig zu Schäden. Für viele Fahrzeugkomponenten bedeutet jedoch der dauerhafte Kurzstreckenbetrieb eine erhöhte Belastung.

Davon können unter anderem Motoröl, die Batterie und bei Dieselfahrzeugen speziell der Partikelfilter betroffen sein. Fahrzeugnutzer, die es vorwiegend auf kurzen Distanzen verwenden, sollten daher besonders darauf achten, dass regelmäßige Wartungen durchgeführt werden, und ihrem Motor hin und wieder die Gelegenheit geben, über eine längere Strecke hinweg seine normale Betriebstemperatur zu erreichen.

Ihr Team von Autos mit Herz

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