
Kratzer und kleine Lackschäden am Auto können frustrierend sein, doch in vielen Fällen muss man dafür keine teure Werkstatt aufsuchen. Viele dieser Fehler können mit den richtigen Materialien und ein wenig Geduld selbst behoben werden. Hier bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du kleine Lackschäden professionell beheben kannst.
1. Schadensart beurteilen
Zuerst musst du den Schaden genau begutachten. Es gibt drei Arten von Lackkratzern:
- Oberflächliche Kratzer: nur im Klarlack, meist durch Waschanlagen oder Äste verursacht.
- Mitteltiefe Kratzer: gehen bis in den Farblack.
- Tiefe Kratzer: reichen bis zur Grundierung oder gar zum Blech.
Nur oberflächliche und mitteltiefe Kratzer lassen sich ohne Fachwerkstatt gut selbst behandeln.
2. Benötigtes Material
Für die Reparatur kleiner Lackschäden brauchst du:
- Wasser und Autoshampoo
- Mikrofasertuch
- Schleifpaste oder Politur
- Lackstift oder Lack-Reparaturset (passend zur Fahrzeugfarbe)
- Klarlack (falls nicht im Set enthalten)
- Schleifpapier (P2000 oder feiner)
- Polierpad oder Bohrmaschine mit Polieraufsatz
3. Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Fahrzeug reinigen
Putze die betroffene Stelle sorgfältig mit Wasser und Autoshampoo. So sorgst du dafür, dass beim Polieren keine neuen Kratzer durch Schmutzpartikel entstehen.
Schritt 2: Schadensstelle vorbereiten
Trocken und entfett den Bereich, beispielsweise mit Isopropanol. Wenn die Kratzer tiefer sind, kannst du die betroffene Stelle vorsichtig mit Schleifpapier von sehr geringer Körnung bearbeiten.
Schritt 3: Polieren (für oberflächliche Kratzer)
Trage eine geringe Menge Politur oder Schleifpaste auf ein Mikrofasertuch oder ein Polierpad auf und arbeite sie mit kreisenden Bewegungen ein. Führe den Vorgang solange aus, bis der Kratzer weniger sichtbar ist oder ganz verschwindet.
Schritt 4: Lack ausbessern (bei tiefen Kratzern)
Falls der Kratzer bis in den Farblack oder zur Grundierung reicht:
- Trage den passenden Lack mit einem Lackstift dünn auf.
- Lass den Lack gut trocknen (je nach Hersteller mehrere Stunden).
- Versiegle die Stelle mit Klarlack.
- Nach vollständiger Trocknung kann die Stelle vorsichtig poliert werden, um Übergänge zu glätten.
4. Tipps & Tricks
- Teste die Politur zuerst an einer unauffälligen Stelle.
- Arbeite lieber in mehreren dünnen Schichten als zu dick aufzutragen.
- Für Metallic-Lacke oder spezielle Farben solltest du ein exakt passendes Reparaturset verwenden (Farbcode im Fahrzeughandbuch oder Türrahmen).
5. Wann lieber zur Werkstatt?
Bei tiefen Kratzern, die bis aufs Blech gehen, bei Rostbildung oder wenn sich der Schaden großflächig ausbreitet, ist es oft ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vor einer Reparatur ist es auch bei geleasten Fahrzeugen ratsam, sich mit dem Anbieter abzustimmen.
Fazit:
Kleine Lackschäden können mit etwas Geschick und den passenden Produkten gut selbst behoben werden. So bleibt das Aussehen deines Autos tadellos – und du sparst echtes Geld.
Ihr Autos mit Herz Team